BARBARAZWEIGERL

Heute ist der 4. Dezember und ein wichtiger „Lostag“ im Jahr. Lostage sind besondere Tage im Kalender, die nach altem Volksglauben das Wetter in den kommenden Wochen und Monaten vorhersagen.

Wer war die Hl. Barbara und was hat es mit dem blühenden Kirschzweig auf sich?

Sie war eine Märtyrerin aus dem dritten Jahrhundert und lebte als Tochter eines reichen Kaufmannes in Nikodemia in Kleinasien. Als sie die christliche Religion kennenlernte, ließ sie sich taufen. Ihr Vater war Heide und er versuchte alles, um sie davon abzubringen. Dies ist ihm aber nicht gelungen und er war so wütend und enttäuscht, dass er sie töten ließ.

Auf ihrem Weg in die Gefangenschaft in den Turm – so sagt es die Legende – soll sich ein Kirschbaumzweig in ihrem Kleid verfangen haben. Diesen stellte sie dann in ihren mit Wasser gefüllten Trinkbecher. An dem Tag ihrer Hinrichtung, blühte der Zweig auf. Sie sah es als Zeichen, dass nun ihr Weg ins Paradies führte.

Der Brauch, an diesem Tag Kirschbaumzweige (es können auch Zweige von Äpfeln, Zwetschken oder Kastanienbäumen sein) zu schneiden, sie in eine Vase zu stellen und darauf zu hoffen, dass sie zu Weihnachten aufblühen, ist in unserer Gegend noch weit verbreitet.

Es kann ein Hinweis sein auf:

  • eine gute Ernte im nächsten Jahr.
  • Die Anzahl der Blüten lässt auf das Wetter im kommenden Jahr schließen.
  • Es steht eine Verlobung oder Hochzeit ins Haus.
  • Es stellt sich „Nachwuchs“ ein…..

Das war nun ein kurzer Ausflug in die Geschichte dieses besonderen Tages. Ich finde, auch wenn wir uns in der heutigen Zeit mit der Legende nicht mehr identifizieren möchten, ist es doch schön, in dieser blütenarmen Zeit, das Wunder des Lebens und der Natur erleben zu können.

Ich lade Euch ein: Geht heute raus in den Garten, schneidet (oder kauft) Euch ein Zweigerl und stellt es in eine Vase und wenn sie am Hl. Abend blühen, dann freut Euch über die zarten Blüten.

Eure Elisabeth